Schlechte Gewohnheiten hat wohl jeder, ich selbst habe Viele davon. Eines der Probleme bei Gewohnheiten ist, dass bestimmte Aktivitäten schon so integriert sind in unser Leben, dass wir es gar nicht mehr als so schlecht wahrnehmen. Manchmal brauchen wir einfach eine äußere Perspektive, um darauf hingewiesen zu werden. Vielleicht sagt es uns ein guter Freund.
Essen = Fernsehen
Bei mir ist es aufgefallen, als ich wieder auf einen Artikel gestoßen bin. Und bei mir war das große (nicht entdeckte) Problem, dass ich immer etwas machen will beim Essen. Ich kann nicht nur ruhig essen, sondern ich muss mich aktiv ablenken. Die meiste Zeit muss ich eine Sitcom schauen. Oder vielleicht einen Film. Oder vielleicht ein Magazin lesen. Manchmal suche ich dann 20 Minuten nach einem Film und kann davor nicht Essen.
Das Essen nehme ich dann nebensächlich auf und ich stopfe mich voll. Ich esse schneller und somit merke ich nicht die Signale vom Körper, dass ich schon satt bin bzw. vielleicht hat der Prozess noch gar nicht begonnen. Es braucht ja eine gewisse Zeit (ca. 20 Minuten), bis das Sättigungsgefühl kommt. Und auch wenn das Sättigungsgefühl kommt – esse ich immer weiter – ich bin ja abgelenkt.
Das Problem dabei ist, wenn ich dann Film schauen will, dann will ich auch Essen. Pavlov grüßt.
Kurz nebenbei: Ich war mein ganzes Leben eigentlich entweder mehr oder minder Übergewichtig, vor allem in den letzten Jahren hatte ich teilweise große Probleme. Ich wohne alleine, und vielleicht habe ich keine richtige “Außenperspektive”. Daher war diese schlechte Gewohnheit nicht als schlecht eingestuft worden.
Wie Gewohnheiten brechen? Wiederholen, wiederholen, wiederholen
Das Schöne an Gewohnheiten ist, dass man diese ändern kann. Es dauert teilweise einfach eine Weile, aber es klappt. So habe ich mir vorgenommen, dass ich mich nicht mehr aktiv ablenke beim Essen, sondern dass ich mich auf das Essen konzentriere. Und umgekehrt, wenn ich Film schaue, dann esse ich nichts mehr (Ausnahme: Früchte oder kleiner Salat).
Die ersten paar Male waren richtig, richtig hart. Und ich hatte sehr schnell gegessen, damit ich endlich Film schauen kann. Paar mal später konnte ich mich auf das Essen konzentrieren und das Bedürfnis, Film zu schauen beim Essen wird weniger. Nach 1-2 Wochen konnte ich sogar ein bisschen ruhiger Essen. Langsam hatte ich sogar nicht mehr das Bedürfnis, mich irgendwie abzulenken. Vielleicht denke ich mal zwischendurch, mal schaue ich raus aus dem Fenster. Aber dann wende ich mich wieder langsam dem Essen zu.
Wie sieht’s bei dir aus?
Vielleicht gibt es bei dir Assoziationen und Gewohnheiten, die du brechen willst? Ich denke, einige Gewohnheiten sind härter zu durchbrechen, da vielleicht der Körper dann auch verändert wird (z.B. bei Zigaretten), andere sind vielleicht relativ klein, so dass man es gar nicht merkt.
Aber wenn es dich stört, dann solltest du die ersten Schritte gehen und es einfach mal versuchen. Vielleicht eine überschaubare Zeit, in der du die Gewohnheit brichst – und danach schaust du weiter.
Mittlerweile kann ich Essen und Film auseinanderhalten und kann das Essen (und den Film!) genießen. Das hat dann zu anderen Sachen geführt, so dass ich andere schlechte Assoziationen brechen konnte und Gute einführe. So wasche ich das Geschirr direkt nach jedem Essen (naja, manchmal nach 2 oder 3) – aber ich lasse das Waschbecken nicht mehr vollquillen mit Tellern und Gläsern.